Camping rund um das Ruhrgebiet

1. Gut Kalberschnacke im Sauerland

In den Herbstferien war es endlich so weit: unsere erste Reise mit unserem eigenen Campervan, den unser Sohn "Theo" getauft hatte. Noch ganz neu, noch blitzeblank (zumindest am Anfang) und vollgepackt mit Windeln, Kuscheltieren, Spielzeugautos, kleinen Gummistiefeln und ganz viel Vorfreude. Es war unsere Premiere als vierköpfige Familie – mit einem dreijährigen Entdecker und einem zwei Monate alten Baby an Bord. Unsere Hündin hat in dieser "Testphase" Urlaub bei den Großeltern gemacht, ist ab nächstem Jahr aber natürlich auch auf jeder Reise mit dabei. 

Für den Anfang wollten wir es entspannt angehen lassen und uns keinen langen Anfahrtsweg zumuten. Deshalb haben wir uns zwei Campingplätze ausgesucht, die vom Ruhrgebiet aus in weniger als zwei Stunden zu erreichen sind – einer im Sauerland, einer in den Niederlanden. Zwei kurze Fahrten, aber ganz viel Neugier, wie das Leben im Camper zu viert wohl werden würde. Spoiler: Es war chaotisch, nass, wunderschön und irgendwie genau das, was wir gebraucht haben. 

 

Zuerst ging es nach Drohlshagen zum "Gut Kalberschnacke". Der Platz ist terrassenförmig angelegt, gepflegt und mit sehr sauberen Sanitäranlagen. Wir haben uns einen Stellplatz "mit Seeblick" gebucht, der klein, aber sehr schön war. Für Familien ist der Platz wirklich ein Glücksgriff: zwei Spielplätze auf denen sich unser Großer sofort austoben konnte, und rundherum genug Platz, um mit dem Fahrrad über die Wege zu flitzen.

Der KulTour-Pfad startet direkt in der Nähe – ein abwechslungsreicher Spazierweg, der durch Wälder, Wiesen und vorbei an kleinen Kunstinstallationen führt. Gerade im Herbst war das wunderschön: buntes Laub, frische Luft und eine Motivationshilfe fürs Kind, zu schauen, wie viele Kunstwerke wir entdecken. Und dann ist da noch der Listersee, der nur ein paar Gehminuten entfernt liegt. Im Sommer sicherlich perfekt zum Schwimmen oder Stand-Up-Paddeln. Jetzt im Herbst hatten wir ihn fast für uns allein – ideal zum Steine flitschen lassen, Stöckchen ins Wasser werfen und den Blick über das ruhige Wasser schweifen lassen. Ein rundherum schöner Ort, an denen man merkt, dass auch kleine Reisen großartige Erinnerungen schaffen können.

2. Vakantiepark Mölke in Zuna

Für die zweite Herbstferienwoche hatte ich uns einen Platz in den Niederlanden, genauer im Vakantiepark Mölke in Zuna, gebucht. Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt, ob ich mal in so einem Ferienpark mit dem Van stehen würde, hätte ich nur gelacht und ganz bestimmt verneint. Mit Kindern versteht man den Reiz solcher Anlagen, dennoch haben für uns kleine und naturnahe Plätze (wenn wir denn auf einem stehen müssen und Wildcampen nicht erlaubt ist) viel mehr Charme. 

Naja, wir haben es jedenfalls ausprobiert und das dreijährige Kind fand es toll. Das platzeigenen Schwimmband hat uns bei Dauerregen förmlich den Hintern gerettet. 

Im Sommer hätte der Park für uns noch ganz andere Möglichkeiten geboten: Direkt an dem Fluss Regge gelegen, mit eigenem kleinen Strandabschnitt am Wasser – ideal fürs Baden, Paddeln oder einfach um die Füße ins Wasser zu hängen. Kanus oder Flüsterboot fahren auf der Regge, Fahrradtouren durch die Umgebung (Twente ist geprägt von schönen Rad- und Wanderwegen). Aufgrund des Wetters war auch der schöne, große Spielplatz kaum nutzbar für uns. 

Alles in Allem aber ein schöner Platz für einen Kurztrip oder Zwischenstopp. 

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