Kambodscha für Anfänger

Im Februar 2019 haben eine Freundin und ich eine Rundreise durch Kambodscha und Vietnam gemacht. Da Asien für uns beide relativ unbekanntes Terrain war, haben wir uns für eine geführte Gruppenreise entschieden, die wir über STA Travel gebucht haben. Gestartet sind wir in Bangkok, wo wir am ersten Abend unsere Mitreisenden kennengelernt haben. Die meiste Zeit reisten wir mit kleinen Reisebussen und schliefen in Hotels oder Hostels, zwei Nächte verbrachten wir in Nachtzügen - eine Erfahrung die ich froh bin gemacht zu haben, Wiederholungsbedarf besteht hier allerdings nicht. 

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Bus in Richtung Siem Reap gestartet. Wir überquerten die Grenze zwischen Thailand und Kambodscha am Aranyaprathet zu Fuß. Die Kontrollen haben einige Zeit in Anspruch genommen. Mit sämtlichem Gepäck beladen bei glühender Hitze in der prallen Sonne im Wechsel immer wieder ein kurzes Stück zu laufen und dann wieder zu warten, ging an die Substanz. Alles in allem verlief der Prozess dank unseres wunderbaren CEOs Rocky (aus Vietnam) aber recht reibungslos. Weiter ging es mit einem kleinen Privatbus nach Siem Reap, wo am Abend in einem New Hope Ausbildungsrestaurant mit traditioneller Khmer-Küche ein Tisch für uns reserviert war. 

Angkor Wat

Am nächsten Tag stand eine Führung mit einem lokalen Guide durch die beeindruckende antike Tempelanlage Angkor Wat auf dem Programm. Das Unesco Weltkulturerbe ist mit insgesamt mehr als 1.000 Tempeln und Heiligtümern das Wahrzeichen Kambodschas. Die Tour startete in den frühen Morgenstunden, sodass wir den beeindruckenden Sonnenaufgang über der Tempelanlage bewundern konnten. Was auf Bildern so romantisch wirkt, ist in Wirklichkeit ein wahrer Kampf mit tausenden von Touristen um den besten Platz am Wasser. Wenn man jedoch früh genug da ist und einen guten Stehplatz in den vorderen Reihen ergattern konnte, trotz des großen Andrangs lohnenswert. Wer die Zeit hat, der sollte sich für die Erkundung der Anlage mindestens zwei Tage Zeit lassen. An einem ist kaum alles zu schaffen. Denn neben Angkor Wat selbst befinden sich in unmittelbarer Nähe noch weiterer weltbekannte Tempel aus der Hochzeit des Khmer Reiches. Es gibt so viele magische und geschichtsträchtige Orte zu entdecken! 

Phnom Penh

Weiter ging es in die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh. Wir haben die Stadt bei 30 Grad im Schatten weitgehend zu Fuß erkundet, man kann sich aber auch überall ein Tuk Tuk nehmen. In der Metropole gilt es einige Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Nicht weit vom Mekong Fluss findet man zum Beispiel das Unabhängigkeitsdenkmal, das 1958 errichtet wurde, nachdem sich Kambodscha 1953 unabhängig von Frankreich erklärte. Ebenfalls ein geschichtsträchtiger Ort ist das Toul-Sleng-Genozid-Museum. Winzige Zellen aus Ziegelsteinen, ausgestellte Folter- und Mordinstrumente und Schwarz-Weiß-Fotografiern lassen nur erahnen, was sich im Komplex des ehemaligen Gefämgnisses S-21 zwischen 1975 und 1978 abgespielt hat. Über 17.000 Menschen wurden hier inhaftiert und anschließend zu den Killing Fields gebracht. Die Killing Fields von Choeung Ek liegen etwas außerhalb von Phnom Penh und sind heute eine Gedenkstätte für die dort Gefallenen. Auf dem Gelände wurde eine Stupa errichtet, die mit etwa 5.000 Totenschädeln gefüllt wurde, um der schrecklichen Taten zu gedenken. 

Shianoukville

In Shianoukville haben wir die meiste Zeit am Serendipity Beach verbracht. Entlang des Strandes findet man zahlreiche Bars, Restaurants und Hotels. Hier findet auch ein Großteil des Nachtlebens in statt. Leere Traumstrände gibt es nicht, stattdessen ist Shianoukville ein Paradies für Partygänger. Unser Highlight: BBQ und Cocktails beim Sonnenuntergang über dem Meer.  

 

 

Koh Rong Sanloem

Nächster Halt: Paradies. Mit dem Boot fahren wir 45 Minuten vom Festland in Sihanoukville nach Koh Rong Sanloem, die kleine und unbekanntere Nachbarinsel von Koh Rong. Dieser Tagesausflug war nicht in unsere Rundreise integriert, wir haben uns einen Tag lang von der Gruppe abgespalten, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto türkiser wird das Wasser. Es ist so klar, dass man hunderte von Fischen sehen kann, die sich um die vielen bunten Fischerboote nicht weit vom traumhaft weißen Sandstrand tummeln. Schon von Weitem sieht man die für paradiesische Strände typischen Schaukeln und Hängematten im seichten Wasser stehen. 

 

Die Insel ist nur neun Kilometer lang - Straßen gibt es hier nicht. Über unbefestigte teils durch den Dschungel führende Wege gelangt man zu den insgesamt sechs Stränden. Hotelanlagen und Partymeilen sucht man hier zum Glück noch vergebens. Es gibt einige Bungalowanlagen, in denen man übernachten kann und eine Hand voll kleiner Restaurants sowie eine winzige - zumindest während unseres Aufenthaltes allerdings unbesetzte - Polizeistation in einer Strohhütte. Bankautomaten gibt es auch keine, man sollte also genügend Bargeld dabeihaben. Nach etwa einer halben Stunde Fußweg erreicht man den abgelegenen Lazy Beach, an dem wir den Nachmittag verbringen wollten. Hätten wir vor unserer Reise gewusst, wie wunderschön Koh Rong Sanloem ist, hätten wir hier bestimmt ein paar Tage mehr eingeplant!

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