Eine Nacht im "fliegenden Zelt"

Kurz bevor Kind Nummer 1 unterwegs war, haben wir noch ein paar Micro-Abendteuer geplant, die man weder schwanger, noch mit kleinen Kindern erleben kann. Eines davon war eine Übernachtung in luftiger Höhe in einem „Cloefhänger“, an der Kante der Saarsteilhänge mit atemberaubenden Blick auf die Saarschleife. 

 

Etwa zwei Meter hoch, auf einer Art Hängeplattform, wie sie auch Alpinisten nutzen, haben wir unser Lager aufschlagen dürfen. Von unten betrachtet wirkt unser "fliegendes Zelt" gar nicht mal so hoch, aber spätestens wenn man sich zum Probeliegen auf die leicht schwankende Plattform begibt, wird einem doch etwas mulmig zumute und man ist froh über die Gurte, mit denen man sich vor dem Schlafen festschnallen kann. 

 

Der Nachmittag begann ganz bodenständig am Parkplatz am Cloef-Atrium. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden ging es zu Fuß ein kurzes Stück durch den Wald, dann bauten wir gemeinsam unseren Schlafplatz in den Bäumen auf. 

Nach Einbruch der Dunkelheit saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer, grillten Gemüsespieße und erzählten von unseren Reisen und Abenteuern. Ein großes Plus bei solchen eher außergewöhnlichen Aktivitäten: Man lernt immer spannende und inspirierende Menschen kennen. Zum Nachtisch gab es gegrillte Banane mit Schokocreme. Und dann die Nacht unter freiem Himmel: Sie fühlte sich anders an: die Luft ist klarer, die Geräusche im Wald intensiver. Zu richtigen Zelten werden die Plattformen eigentlich nur, wenn das Wetter nicht mitspielt. Ansonsten wird mit freier Sicht auf die Sterne genächtigt. 

 

Am nächsten Morgen lohnt es sich, früh aufzustehen: Noch bevor der Rest der Welt richtig wach ist, zeigt sich die Saarschleife in einem ganz besonderen Licht, Nebel steigt aus dem Tal, und die Sonne kämpft sich langsam über die Baumwipfel. Ein Panorama, das lange nachhallt. Wir haben den nächsten Tag noch für eine kleine Wanderung genutzt und uns für einen Klassiker entschieden: Der acht Kilometer lange Cloef-Pfad ist ein entspannter, aber abwechslungsreicher Rundweg, der immer wieder tolle Blicke auf die Saarschleife bietet und in 2,5 bis 3 Stunden gut zu schaffen ist.