Roadtrip über die Lofoten

In den nächsten Zeilen möchte ich euch auf unsere kleine Rundreise über die Lofoten mitnehmen und euch die schönsten Wanderungen, besten Fotospots und spektakulärsten Aussichtspunkte zeigen. Ich kann euch versichern: Wer Norwegen mag, wird die Lofoten lieben! 

Reisezeit und Anfahrt

 

Es ist schwer zu sagen, wann die beste Jahreszeit für eine Reise auf die Lofoten ist, denn dort ist es wirklich immer wunderschön. Wollt ihr primär wandern gehen und die tolle Landschaft von den höchsten Gipfeln aus unter der Mitternachtssonne bewundern? Dann ist eine Reise im Sommer genau das Richtige. Um stimmungsvolle Fotos zu schießen oder die spektakulären Polarlichter zu beobachten, eignet sich der Winter. Mai und Juni sind die trockensten Monate und es kann im Hochsommer bis zu 25 Grad warm werden. Mitte November bis Ende Januar ist es oft nass und stürmisch. Das mussten wir am eigenen Leib bereits Ende Oktober spüren. Der Wind war teilweise so stark, dass ich mich kaum aufrecht halten konnte und Angst hatte, unsere kleine Fischerhütte würde nachts weggepustet. Ein Einheimischer konnte über meine Bedenken nur lachen - die kleinen Holzhütten hätten schon ganz anderes Wetter überstanden. Obwohl es von Oktober bis März möglich ist, Nordlichter zu sehen, hatten wir leider kein Glück. Es war nachts eifach zu bewölkt und die Aktivität der am Himmel tanzenden Lichter zu schwach. 

 

Wenn eben möglich, sollte man sich für die Erkundung der Lofoten mindestens eine Woche Zeit nehmen. Wir waren sechs Tage vor Ort und haben vieles gesehen, wären aber gerne noch länger geblieben. Vor allem, da es zu der von uns gewählten Jahreszeit schon recht früh dunkel ist... 

 

Die Anreise auf die Lofoten ist leider nicht ganz unkompliziert. Zwar gibt es viele verschiedenen Möglichkeiten, auf die Lofoten zu gelangen, aber wirklich gemütlich ist keine davon. Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge auf die Lofoten. Wir mussten von Düsseldorf nach Oslo, weiter über Bodø nach Lenknes fliegen. Wobei der letzte Flug in einer winzigen Propellermaschine mit Abstand der spannendste war. Alternativ hätte man auch mit dem Auto und der Fähre anreisen können. Wir haben uns direkt am Flughafen ein Auto gemietet, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man auf den Lofoten nicht allzu weit. Wer flexibel unterwegs sein will, braucht definitiv ein eigenes Fahrzeug. 

Unsere Unterkunft

Über Airbnb haben wir uns ein kleines, zu einer Ferienwohnung umfunktioniertes Bootshaus in Vestvågøy gemietet, das selbsterklärend direkt am Wasser gelegen ist und uns bereits am Frühstückstisch eine wunderschöne Aussicht bot. Wir haben uns dazu entschieden, die Unterkunft nicht zu wechseln, was bestimmt auch spannend, uns aber zu stressig geworden wäre. Vestvågøy liegt nicht weit vom Flughafen in Lenknes entfernt und von dort aus konnten wir alle unsere Ausflugsziele in weniger als zwei Stunden mit dem Mietwagen erreichen. Auch waren wir nicht zu weit vom nächsten Supermarkt und Bäcker entfernt. Wenn wir irgendwann im Sommer wiederkommen, ist Zelten auf jeden Fall eine Option für uns. Denn wie in ganz Norwegen, ist auch auf den Lofoten Wildcamping erlaubt. Da die Lebensmittelpreise in Norwegen bekanntermaßen nicht gerade niedrig sind, haben wir uns ein paar Konserven und Nudeln von Zuhause mitgebracht. Wir haben immer selbst gekocht und fast jeden Mittag Fiskekaker (Fischfrikadellen) mit Remoulade gegessen. In Deutschland würde ich mir die wahrscheinlich nie kaufen, aber in Norwegen, mit Blick auf das raue Wasser und die Berge - zu gut! Auf unseren Wanderungen hatten wir meistens Trockenfisch (der mir leider überhaupt nicht schmeckt), etwas Obst und belegte Brote dabei. 

Kvalvika-Bucht

Unser absolutes Highlight der Reise war die Wanderung zur Kvalvika-Bucht, die nur zu Fuß zu erreichen ist und daher - zumindest in der Nebensaison - trotz ihrer außergewöhnlichen Schönheit nicht von Menschenmengen überrannt wird. Der Kontrast zwischen türkisblauem Wasser, das auf weiße Strände trifft und den Berglandschaften mit ihren sattgrünen Wiesen, ist wirklich einmalig schön. Im Sommer ist die Kvalvika-Bucht übrigens ein absolutes Camping-Paradies! 

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Bucht zu erleben. Entweder wandert man auf direktem Wege zum Strand, oder man klettert auf den Ryten, um einen fantastischen Blick auf die Kvalvika zu erhalten. Beides lässt sich natürlich auch kombinieren, jedoch nur in den Sommermonaten. Im Herbst und Winter sind die Tage einfach nicht lang genug, um die Strecken entspannt an einem Tag zu bewältigen. Da wir an einem sehr stürmischen Tag unterwegs waren, haben wir uns dafür entschieden, hinunter zum Wasser zu wandern. 

Nusfjord

Das kleine Fischerdörfchen Nusfjord haben wir mehr oder weniger durch Zufall entdeckt. Da es in Strömen regnete, hatten wir nicht wirklich Lust, aus dem warmen Auto auszusteigen, sodass wir einfach umherfuhren, ohne genau zu wissen, wo wir landen würden. Der kleine, durch die riesigen Felsen gut geschützte Hafen, den wir in einer kurzen Regenpause entdeckte, rettete uns definitiv den Tag. Nusfjord liegt auf der südöstlichen Seite der Insel Flakstadøy und vermittelt einen authentischen Eindruck, wie die norwegischen Fischer dort vor nicht allzu langer Zeit noch gelebt und gearbeitet haben. Die bunt angestrichenen kleinen Fischerhütten ziehen im Sommer zahlreiche Touristen an diesen idyllischen Ort. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten für etwa 200 Touristen. In der Nebensaison wirkte das Dorf wie ausgestorben. Bei dem Mistwetter - anders kann man es wirklich nicht nennen - haben wir keine Menschenseele getroffen. Es war total spannend die Bauten aus vergangenen Tagen zu erkunden: Es gibt unter anderem eine Räucherei, Boots- und Lagerhäuser, ein Sägewerk und einen unheimlich gemütlichen und hübsch eingerichteten Landhandel zu entdecken. 

Haukland, Unstad und Uttakleiv

Auf den Lofoten findet man so weiße Sandstrände, dass man sie rein optisch gesehen in der Karibik vermuten würde. Ist man mutig genug die Wassertemperatur zu erfühlen, spürt man jedoch ganz schnell, dass man sich hier oberhalb des Polarkreises befindet. Der Haukland Beach ist ein absoluter Hotspot für Fotografen und wechselt mit den Jahreszeiten sein Erscheinungsbild: Im Winter tanzen Nordlichter über dem Wasser und den schneebedeckten Gipfeln, im Sommer bietet das türkisblaue Wasser einen tollen Kontrast zu den dunklen Bergen. Von hier aus kann man eine schöne Küstenwanderung zum Uttakleiv Beach unternehmen, der auch mit dem Auto durch einen Tunnel zu erreichen ist. Dem Unstad Beach wird nachgesagt, dass Surfen dort mindestens genauso spektakulär sei, wir auf Hawaii - wenn nicht besser. Denn die raue See, die im Winter meterhohen Wellen und das eiskalte Wasser würden inmitten schönster Natur einen ganz besonderen Kick geben. 

Reine und Hamnøy

Ein Grund, warum ich unbedingt einmal auf die Lofoten wollte, ist das Dorf Reine, das ultimative Postkartenmotiv und Aushängeschild für die Lofoten. Mit seinen rund 300 Einwohnern gilt Reine als schönster Ort der Lofoten. Wie immer ist auch hier das Wetter ausschlaggebend dafür, ob man es schafft, die so oft gesehenen Spiegelungen auf glattem Wasser neben den roten und weißen Häusern einzufangen. Wir hatten diesmal leider kein Glück. Sogar noch schöner als Reine fand ich allerdings Sakrisøy, ein nicht ganz so populäres Fischerdorf, durch das die meisten auf dem Weg nach Reine bloß durchfahren. Ein Stopp lohnt sich hier allemal!

 

Von Reine aus startet die recht anspruchsvolle Wanderung auf den Reinebringen. Der Weg ist sehr steil und der Aufstieg bei Regen eine rutschige Angelegenheit. Festes Schuhwerk ist hier ein Muss. Eine Gruppe Japaner, die mit uns gemeinsam gestartet ist, musste mangels richtiger Ausrüstung auf halber Strecke umkehren. Oben angekommen bietet sich eine sagenhafte Aussicht auf den See Reinevatnet und den Reinefjord, eingerahmt von Bergspitzen, die für den steinigen Aufstieg mehr als entschädigt. 

Henningsvær

Das zum beliebten Touristenziel gewordene noch aktive Fischerdorf Henningsvær hat nichts von seinem ursprünglichen Charme verloren. Im Gegenteil - die kleinen Restaurants und Lädchen, in denen man allerlei Klimbim kaufen kann, fügen sich perfekt zwischen Hafen und den hübschen bunten Häuschen ein. Im Lysstøperi & Cafe haben wir übrigens die besten Zimtschnecken der ganzen Reise gegessen. In Henningsvær befindet sich auch der schönste Sportplatz der Welt, der, seit die National Geographic ein Bild der Sportanlage ausgezeichnet hat, das Highlight zahlreicher Dronenvideos und Luftaufnahmen geworden ist. 

Ballstadheia

Zu guter Letzt möchte ich euch noch eine weitere Wanderung empfehlen. Der Aufstieg auf den Ballstadheia, den Hausberg der gleichnamigen Ortschaft Ballstad, können wir als relativ entspannt beschreiben. Es gibt viele verschiedene Wanderwege und Routen mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. Am besten besorgt man sich eine Wanderkarte, um das Gebiet am besten erkunden zu können. Wir sind aufgrund des starken Windes nicht ganz auf den Gipfel, sondern nur bis auf das weitläufige Hochplateau gewandert, das etwa 6 km vom Parkplatz entfernt ist und von dem aus man eine fantastische Aussicht genießen kann. 

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